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Interview mit Ruben Lenten

Rider Interview 04.01.10

Ruben Lenten ist 23 Jahre alt und professioneller Kitesurfer. Momentan lebt er in Holland, der Stadt des „grünen Gold“. Sein Lebenstil ist genauso extrem wie sein Style zu Kiten. Er kitet radikal und hat einen hohen Wiedererkennungswert. In einem exklusiven Interview mit Kiteboarding.eu, erzählt uns der "Kite Punk" wo er seine Wintermonate verbringt, wie er so waghalsig geworden ist und was seine Pläne für kommende Saison sind. Außerdem plaudert er einiges aus dem Nähkästchen...

Kiteboarding.eu: Hallo Ruben, wie geht es dir und wo bist du im Augenblick?
Ruben Lenten:
Hey, was geht ab? Mir geht es sehr gut, vielen Dank. Ich bin gerade in Cape Town, Südafrika angekommen.

Kb.eu:
Was machst du während der Wintermonate? Verbringst du deine Zeit bei deiner Familie und mit Freunden, trainierst du in Südafrika oder gehst du Snowkiten?
Ruben:
Im Winter nehme ich mir jedes Jahr eine Auszeit von meinen vielen Reisen während der Saison, indem ich für drei Monate an dem gleichen Ort bleibe. In Cape Town ist momentan Sommer und es ist sehr windig zu dieser Jahreszeit, so dass ich mich dafür entschieden habe hier zu chillen und hart zu trainieren.

Kb.eu:
Als ich dich in St. Peter Ording auf dem PKRA Tourstop getroffen habe, hast du lediglich deinem Freund Aaron Hadlow zur Seite gestanden, aber selber nicht an dem Wettkampf teilgenommen. Wieso?
Ruben:
In den letzten Jahren habe ich an vielen Wettkämpfen der PKRA teilgenommen, aber seit ein oder zwei Jahren gefällt mir die Stimmung auf diesen Veranstaltungen nicht mehr und meine Sichtweise hat sich verändert, mein Fokus richtet sich auf andere Dinge. Ich möchte nicht mehr aktiv in die Touren involviert sein, denn es wurden Entscheidungen getroffen mit denen ich nicht umgehen kann und die ich nicht akzeptiere. Außerdem gehe ich lieber Freeriden, drehe Filme und bringe den Sport auf meine Art und Weise voran und habe Spass dabei.

Kb.eu:
Es gab einen Moment in St. Peter Ording, wo du selber auf dem Wasser warst und während einer Heat durch die Wettkampfzone gefahren bist. Was hast du in dem Moment gedacht?
Ruben:
Oh ja, das stimmt (lacht). Der Wind war an diesem Tag sehr stark und meine beiden Freunde Aaron Hadlow und Lewis Crathern sind in der Heat gegeneinander angetreten. Da wir sowieso immer zusammen trainieren, dachte ich mir es wäre witzig, wenn wir auch in dieser Heat gemeinsam kiten. Also bin ich rausgefahren und habe mit ihnen eine kleine Show während des Wettkampf abgezogen (grinst).

Kb.eu:
Was sagst du dazu das Kevin Langeree PKRA Weltmeister 2009 geworden ist?
Ruben:
Kevin ist mein Cousin und wir sind am gleichen Strand zusammen aufgewachsen. Trotzdem kiten wir beide sehr unterschiedlich und haben einen völlig anderen Style, aber er arbeitet und trainiert sehr hart um seine Ziele zu erreichen. Aber für mich ist die richtige Art zu kiten....ich sag es mal so, es gibt viele andere Fahrer deren Stil und Art zu Kiten ich besser finde und es mir mehr Spass macht ihnen zuzugucken, bei denen ich das Gefühl habe, dass sie den Sport in eine bessere Richtung treiben und nach vorne bringen. Außerdem gab es in diesem Jahr lediglich vier Tourstops und die Punkteverteilung war sehr unterschiedlich, ich denke das war eine ziemliche Witzveranstaltung und nicht wirklich fair. Aber was interessiert mich das (lacht).....Ich fahre nur zum Spass und genieße die Zeit auf dem Wasser ohne diesen Stress.

Kb.eu:
Hat Aaron mit dir darüber gesprochen? Ist er enttäuscht über den Zweiten Platz oder motiviert ihn das dazu noch härter zu trainieren?
 Ruben:
Nein, Aaron redet nicht mehr mit mir … ;-) (lacht), ich mache nur Spass. Wir sind die letzten Monate gemeinsame gereist und ich glaube nicht das es ihm etwas ausmacht das er Zweiter geworden ist. Er weiß genau was er macht und was er kann. Aber sicherlich ist er sehr motiviert der Welt zu zeigen was er drauf hat, wenn auch vielleicht auf eine andere Art und Weise als nur über die Wettkämpfe. Wir werden sicherlich nicht still rumsitzen, so viel kann ich euch schon mal verraten....

Kb.eu:
Wie sieht ein normaler Tag im Leben von Ruben Lenten aus?
Ruben:
Ein normaler Tag...normale Tage gibt es bei mir nicht, jeder Tag ist ein neuer Tag und bringt etwas, worüber ich mich freuen oder das ich lernen kann mit sich. Aber die meisten Tage verbringe ich mit gesunder Ernährung, im Fitness Studio, neue Lieder zusammen zu mischen, Kitesurfen zu gehen, im Internet zu surfen, Bier zu trinken, zu lachen und Spass zu haben. Das klingt ziemlich gut finde ich.

Kb.eu:
Wie sehen deine Pläne für die Zukunft aus?
Ruben:
Ich konzentriere mich zunächst auf die Heilung meiner Fußverletzung, aber ich werde auch stark in die Entwicklung des neuen Material von meinem Sponsor und LEN10 involviert sein. Ihr werdet neue Produkte, Filme und Fotos von mir zu sehen bekommen. Auf ontheloose.tv könnt ihr einige Dinge davon verfolgen.

Kb.eu:
Wie sieht es mit dir und den Frauen aus? Hast du eine feste Freundin?
Ruben:
Ich und die Frauen, da läuft es einfach immer gut!! ;-) Mach dir keine Sorgen, ich bin glücklich.

Kb.eu:
Wie schaffst du es neben deinen vielen Reisen eine feste Beziehung zu führen?
Ruben:
Entweder meine Partnerin akzeptiert mich so wie ich bin oder sie lässt es direkt bleiben.

Kb.eu:
Auf welchen Tourstops können wir dich kommende Saison antreffen und was sind deine Pläne für dieses Jahr?
Ruben:
Ich denke nicht das ihr mich diese Saison auf einem der Tourstops treffen werdet. Ich plane meine eigenen Trips und werde actionreiches Filmmaterial produzieren, das sich jeder ansehen kann. Außerdem werde ich mit Sicherheit am Triple-S Contest in Amerika teilnehmen, darauf freue ich mich schon.

Kb.eu:
Gibt es einen Ort an dem du schon immer einmal Kiten wolltest, aber noch nie da gewesen bist?
Ruben:
Die Welt ist klein, aber sicherlich gibt es ein paar Orte an denen ich noch nie gewesen bin und die ich gerne einmal bereisen würde. Tahiti ist einer davon, auf dieser Insel möchte ich gerne noch etwas Zeit verbringen.

Kb.eu:
Welcher Ort ist in deiner Heimat Holland dein Lieblingsspot?
Ruben:
In Holland ist mein Lieblingsspot zum Kitesurfen natürlich mein Heimatort Noordwijk. Da habe ich mit dem Kitesurfen angefangen und ich verbinde unzählige Erinnerungen damit, das ist toll!

Kb.eu:
Was sind deine besten Fahrtechnik Tipps?
Ruben:
Geschwindigkeit ist immer wichtig, ganz egal ob beim Absprung, Ankanten oder bei der Landung. Beim Kiteloop solltet ihr eure Bauchmuskeln anspannen und vor der Landung die Beine anwinkeln, um die Landung abzufedern. Zerrt solange an der Bar, bis ihr die Landung anvisiert. Habt kein Angst und macht es einfach!

Kb.eu:
Eine Frage die du schon immer einmal gestellt bekommen wolltest? Hier ist deine Chance ;-)!
Ruben:
Tut mir leid, aber das wird nicht funktionieren. Ich hab einfach zu schmutzige Gedanken...ich kann mich nicht konzentrieren *lacht*!

Short Cuts:
Was gefällt dir am Kitesurfen am besten?
Die pausenlose Aktion und das man alles selber kontrollieren kann, man kann seine ganze Energie und seine Gefühle herauslassen.

Etwas Verrücktes, das du aus Liebe getan hast?
Ich habe eine Sexschaukel gekauft, mit der es wirklich verrückt zur Sache ging.
 
Wem würdest du gerne danken und warum?
Ich möchte meinen Eltern danken, die immer an mich geglaubt und mich unterstützt haben, indem sie mir die Freiheit gaben das zu machen, was ich liebe. Außerdem danke ich meiner Managerin Nikki Fodgen für ihre Unterstützung durch ihr Fachwissen und ihre Zielsetzungen. Meinen Sponsoren danke ich dafür das sie mir den nötigen Raum geben, um mich zu entwickeln und Fortschritte zu machen. Natürlich auch für ihr Marketing und dafür mich bekannter zu machen.

Dein absoluter Lieblingstrick?
Eine megaloop frontroll löst immer einen Rausch in mir aus. Dieser Trick sie fühlt sich entweder episch an oder ihr knallt mit Full Speed auf euer Board.

Deine schlechsteste Eigenschaft?
Ungeduld.

Beschreibe dich selber, in fünf Worten:
Abenteuerlustig, energiegeladen, spontan, exzentrisch, Leben am Limit.

Wie würdest du deinen eigenen „Kitestil“ bezeichnen?
So radikal wie möglich, Starkwind-Freestyle.

[ Hier geht es zum Original Interview auf englisch ]

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