Material — C-Kites
Die Bezeichnung C-Kite geht auf die Form der ersten Zweileiner-Tubekites zurück. Die gebogene Fronttube sah in der Frontalansicht wie ein großes „C“ aus.
Definition ’ Die Bezeichnung C-Kite geht auf die Form der ersten Zweileiner-Tubekites zurück. Die gebogene Fronttube sah in der Frontalansicht wie ein großes „C“ aus. Mittlerweile entsprechen C-Kites mehr einer U-Form, die stark gerundete Kappenform ist jedoch geblieben. Vom heutigen Standpunkt aus unterscheidet man zwischen klassisch und modern interpretierten C-Kites. Klassisch ausgerichtete C-Kites sind in der Regel Vierleiner, die für lineare Kraftentfaltung und extrem direktes Lenkverhalten stehen. Der modern interpretierte C-Kite, auch High-Depower-C-Kite genannt, zeichnet sich durch erhöhte Depower-Wirkung aus und wird durch eine fünfte Leine (mitunter aufgefächert) an der Fronttube gestützt. Flug- und Steuerleinen werden aber in beiden Fällen direkt am Tip angeknüpft. Dadurch ergibt sich das charakteristische, direkte Steuergefühl, das bei fünfleinigen C-Kites allerdings etwas indirekter ausfällt. Auf der anderen Seite entfallen durch den Einsatz der Fünften Leine die Problempunkte Safety und Wasserstart.
Aktuelle Entwicklung ’ C-Kites haben in den letzten Jahren einen enormen Entwicklungssprung gemacht: vom Zweileiner, der 1998 auf den Markt kam, über den auf maximale Leistung getrimmten Vierleiner bis hin zum High-Depower Fünfleiner. Heute sind fast alle auf dem Markt befindlichen C-Kites so genannte High-
Depower-Kites, die dank Fünfter Leine und zum Teil abgerundeter Tips über eine deutlich verbesserte Depower-Wirkung verfügen. Schon oft wurde diesem
ursprünglichen Tubekite-Konzept das Ende vorausgesagt. Doch nach wie vor gibt es eine treue Fangemeinde, die das einmalige Flugverhalten nicht missen möchte.
Zielgruppe ’ Der C-Kite, ganz gleich welcher Ausrichtung, richtet sich an die Sportlichsten. Sie erhalten einen Kite, der nicht nur für den Unhooked-, sondern in der Regel auch sehr gut für den Oldschool-Einsatz geeignet ist. Der C-Kite-Pilot will einen berechenbaren Kite, der präzise auf Lenkbefehle reagiert. Dafür nimmt er Abstriche beim Komfort in Kauf. Moderne C-Kites besitzen zwar begrenzte Freeride-Eigenschaften, können aber längst nicht mit dem Windeinsatzbereich neuartiger Kite-Konzepte mithalten. Klassisch ausgerichtete C-Kites sind etwas für ambitionierte Freestyler, die auf Newschool- oder Wakestyle-Tricks aus sind. Die Weltspitze der PKRA-Tour setzt nach wie vor auf kompromisslos ausgerichtete C-Kites.


