. .

Fortgeschrittene — S-Bend

Der S-Bend wurde von Shannon Best erfunden, dem Mitbegründer und Namensgeber von Best Kiteboarding. Als Trick-Pate stand dem ehemaligen Wakeboard-Profi natürlich das Recht zu, den Trick zu benennen. Als er den S-Bend das erste Mal am Wasserskilift stand, war dies ein Zufallsprodukt seiner ersten Frontroll-Versuche – er wurde dafür sogar ausgelacht. Doch als Shannon ihn 1995 auf der Wakeboard-Tour auspackte, staunte die Weltelite.

Diese Entstehungsgeschichte sagt bereits einiges über den Bewegungsablauf aus - wenn auch nicht auf den ersten Blick. Shannon wird bei seinen ersten, zufälligen Versuchen, vor dem Eindrehen zur Frontroll, automatisch einen Raley performt haben. Der S-Bend ist nämlich so etwas wie der große Bruder des Raleys. So sind der Absprung und der erste Teil der Flugphase identisch.

Weil Chris Bösch diesen Trick liebt, ist der S-Bend fester Bestandteil jeder Kitesession von ihm. „Damit ihr den Kite während des Moves nicht zu sehr versteuert, solltet ihr die Bar wie bei den meisten anderen Unhooked-Tricks mittig greifen“, empfiehlt Chris. Je länger ihr die typische Superman-Raley-Pose haltet, desto radikaler wird die Ausführung des S-Bends. In dieser Phase sollte euer Blick nach unten zeigen. Um die Front-Rotation einzuläuten, wandert der Blick über die hintere Schulter und reißt auf diese Weise den kompletten Oberkörper mit. Im Idealfall sollte das Board während der kompletten schraubenartigen Rotation wie ein Propeller über eurem Kopf rotieren – eine gestreckte Körperhaltung vorausgesetzt. Es ist sehr schön zu erkennen, wie früh Chris den Landepunkt anvisiert. Damit die Landung schön weich und kontrolliert ausfällt, drückt Chris die Bar nach unten. Dadurch kann er auftretende Unregelmäßigkeiten, verursacht etwa durch plötzliche Zunahme des Kitezugs, ausgleichen. Sollte euch die normale Ausführung langweilen, weiß Chris Abhilfe: „Wenn ihr den S-Bend einige Male sicher landen konntet, dann versucht mal, den Kite tiefer zu fliegen. Durch einen tief geflogenen Kite wird das Manöver kraftvoller, aggressiver und der Style-Faktor steigt immens. Mein Kite ist während des S-Bends schon im Wasser eingeschlagen, was natürlich mit einem Sturz endete. Jedoch war es die Bestätigung, dass ich den Kite wirklich tief geflogen bin.“